Excerpta Funebris - Hateful Metal

Cover Excerpta Funebris finale650.jpgHateful Metal (DE)

Rund drei Jahre nach dem DebĂŒtalbum „Vox In Excelso“ kommen die Franzosen MALMORT mit ihrem zweiten Album „Excerpta Funebris“ und prĂ€sentieren sich in Bestform. Schlecht waren MALMORT ja noch nie, doch auf ihrem neuen Werk konzentrieren sie sich auf ihre VorzĂŒge, wĂ€hrend die kleinen SchwĂ€chen ausgemerzt wurden.

MALMORT spielen auch 2014 direkten und geradlinigen Black Metal ohne Blendwerk. Das tun sie, seit ich sie 2010 mit ihrer EP „MCDXXXI-MCDXL“ kennenlernte. Doch trotz des insgesamt guten Auftretens gab es hier und da kleine MĂ€ngel. Auf dem VorgĂ€nger „Vox In Excelso“ stieß ich mich zuweilen am etwas zu melodischen Gitarrenspiel. Ich empfand die Kombination von Melodik und direktem und ehrlichem Black Metal noch nicht ganz ausgewogen. Von solchen Unstimmigkeiten ist auf der kĂŒrzlich erschienen zweiten Platte „Excerpta Funebris“ absolut nichts mehr zu spĂŒren.

MALMORT prĂ€sentieren sich auf ihrem neusten Album kraftvoll und bestimmt. Der Black Metal ist direkt aber nicht plump. Der Klang ist warm und kraftvoll, die Gitarren und das vielfĂ€ltig gespielte Schlagzeug kommen sehr gut zur Geltung, wĂ€hrend der Gesang munter und kehlig Grimmigkeit versprĂŒht. Rhythmisch ist das Album facettenreich. Neben bohrender Schnelligkeit gibt es auch viele Variationen in mittelschnellen und langsamen Gefilden. Ganz Ă€hnlich vielfĂ€ltig ist das Riffing. Das Spiel an den Saiteninstrumenten ist nach wie vor alles andere als monoton, doch diesmal sitzen die Riffs wesentlich besser und MALMORT wirken nicht mehr verspielt oder lebendig, wie ich es noch negativ beim VorgĂ€nger empfand. Stattdessen spiegelt das Riffing nun den grimmigen und negativen Charakter MALMORTS wieder.

MALMORT haben auf ihrem zweiten Album alles richtig gemacht und konnten sich deutlich steigern. MALMORT spielen hier kraftvoll arrangierten und direkten Black Metal alter Schule, der eine dezente Melodik und Vielfalt mir Grimmigkeit, HĂ€sslichkeit und HĂ€rte verbindet. FĂŒr mich gehört „Excerpta Funebris“ zu den besten französischen Black-Metal-Veröffentlichungen in diesem Jahr. FĂŒr JĂŒnger des ehrlichen Black Metals ist diese Scheibe also ein absoluter Pflichtkauf! Zudem gibt es ein verstecktes Lied, ein Cover einer großen Band des Black Metals, welches ich als ĂŒberaus passend empfinde, da mich MALMORT immer wieder an jene Band erinnerte - und eben diese wird dann auch noch gehuldigt. Hervorragend, kann ich da nur abschließend sagen.